Rüstungsgut am Gartenzaun

  • Posted on: 10. Februar 2013
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Es ist Sonntag, draußen ist es herrlich kalt. Die Sonne scheint. Zum ersten Mal seit langer Zeit, ohne eine Wolke am Himmel. Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Die Hyazinthe auf der Fensterbank versprüht einen intensiven floralen Duft. Im Radio beginnen die stündlichen Nachrichten. Ein neuer Rüstungsexport nach Saudi Arabien stehe an, sagt der Sprecher. Die Lürssen Werft aus Bremen stehe mit dem Königreich in Verhandlung Grenzschutzboote zu liefern. Der geheim tagende Bundessicherheitsrat habe anscheinend schon eine Voranfrage der Werf positiv beschieden.

Diese Informationen wirken nach. Warum wird mit restriktiven Staaten, die keinen Wert auf die Einhaltung der Menschenrechte legen, über Rüstungsgut verhandelt? Wie kann es sein, dass eine scheinbare Demokratie wie Deutschland so handelt? Und die Frage ist, welche Grenzen sieht der Bundessicherheitsrat dadurch gechützt? Die Saudi Arabiens oder viel mehr die eigenen? Wut steigt auf.

Keine fünf Minuten später schaue ich auf die Hyazinthe auf der Fensterbank. Mein Blick wandert zur Bahntrasse direkt gegenüber, auf die hellgrüne Lärmschutzwand. Ein Güterzug fährt vorbei. Mein Blick schärft sich. Es sind tatsächlich Panzer, die keine 30 Meter an meinem Haus vorbei fahren.

 

1 Comment

  1. admin · 20. März 2013 Reply

    Heute fuhren wieder mindestens 20 Panzer an meinem Haus vorbei. Mitten am Nachmittag. Welch Zufall, das ich das überhaupt mitbekommen habe. Es waren monochrome beige/sand farbende und in Camouflage gehüllte Panzer. Wenn ich die Wahrscheinlichkeit diese Transporte überhaupt mitzubekommen, mit der wahrscheinlich tatsächlichen Anzahl an Transporten abgleiche, müsste dies eine erschreckend hohe Summe ergeben.

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